Vinums

Nacktarsch

Eher nur wegen seines originellen Namens bekannter Wein aus dem deutschen Anbaugebiet Mosel (Bereich Bernkastel, Großlage Nacktarsch, Einzellage Kröv). Die ungewöhnliche Bezeichnung hat ihren profanen Ursprung im Altdeutschen, „Nuck“ bedeutet „felsige Erhöhung“ und „Arsch“ heißt „Hecke“.

Die nüchterne Version der Kröver Winzer lautet: Bevor es eine moderne Schädlingsbekämpfung gab, stand dieser Berghang im Herbst oft recht nackt ohne Laub und Trauben da, daher der Name „Nacktarsch“. Es gibt aber auch zahlreiche andere und zum Teil sehr deftige Legenden über den Ursprung.

Beim Namen handelt es sich wohl um eine Verballhornung des lateinischen „Nectarius“, beziehungsweise des keltischen „Nackas“. Beides bedeutet etwa „felsige Höhe“ und leitet sich aus der Tatsache ab, dass der Nacktarsch-Hang im Herbst ohne Laub schlicht „nackt“ aussieht.

Eine Überlieferung berichtet auch von einem Kröver Kellermeister, welcher zwei Jungen den Hintern versohlt haben soll, nachdem er sie dabei erwischt hatte, wie sie aus einem seiner Fässer Wein tranken. Diverse Abbildungen dieser Version der Entstehungsgeschichte finden sich zwar heute auf Etiketten zahlreicher Kröver Nacktarschflaschen, ist aber wohl als Wortspiel (Kalauer) zu werten. Andere Erklärungen führen den Namen der Weinbaulage auf den für derbe Worte bekannten Götz von Berlichingen oder auf eine angebliche Ähnlichkeit des Berges bei Kröv mit der namengebenden unbekleideten Anatomie.

Ein bundesweites Medienecho löste die Idee aus, der Kröver Mehrzweckhalle den Namen „Nacktarschhalle“ zu geben. Man einigte sich schließlich auf den Namen „Weinbrunnenhalle Kröver Nacktarsch“.

Einzellagen

Die Großlage Nacktarsch zählt zum Bereich Bernkastel und besteht aus folgenden Einzellagen:
Kröv

* Steffensberg
* Letterlay
* Kirchlay
* Paradies

Kövenig

* Burglay
* Herrenberg
Kröv: Mittelmosel-Kondelwald
So richtig zum Aufatmen

Nicht jeder Gast an der Mosel vermag den Kondelwald auf Anhieb richtig zuzuordnen; das unbekannte Kleinod erstreckt sich als große, zusammenhängende Waldfläche nordwestlich der Mittelmosel. Hier mäandert der Fluss am meisten, hier legt es die längsten Kilometer und die kürzeste Entfernungsstrecke zurück. Auch die Bahnstrecke zwischen Trier und Koblenz schneidet in dem Abschnitt Bullay – Wittlich durch Tunnels ein gehöriges Stück der Moselschleifen ab.

Die Moselorte, die den Einstieg in den Kondelwald eröffnen, sind Kinheim, Kröv und Reil. Auch das Verkehrsbüro, das dem Besucher diese Naturregion vermitteln hilft, liegt in Kröv und damit in einem der touristischen Zentren der Mittelmosel. Wer das Erlebnis bestmöglich mit der Erholung kombinieren will, ist hier gut aufgehoben. Insgesamt 5.500 Gästebetten werden in der Region angeboten, über Hotels, Gasthöfe, Pensionen und eine Vielzahl von privaten Zimmervermietern.

Vielfalt prägt die Region. Ganz besondere sportliche Höhepunkte gehören dazu, unter anderem das jährlich auf dem Reiler „Heißen Stein“ stattfindende Motocross-Rennen, der internationale Kröver Mitternachtslauf oder auch das Fieberbergrennen in Bengel. Motor-, Segel- und andere Wassersportmöglichkeiten auf der Mosel schließen sich nahtlos an. Wasserfreunde können darüber hinaus auch in den Genuss der Riesenrutsche im beheizten Freibad kommen; Minigolf und Tennis sind nur zwei von vielen anderen sportlichen Betätigungsmöglichkeiten.

Und dann ist da natürlich die Sache mit dem Kröver Nacktarsch, dessen Namens-Verwendung die Eltern ihren Kindern vergeblich verbieten. Um die Entstehung des Namens „Kröver Nacktarsch“ ranken sich verschiedene Legenden. Eine sieht Götz von Berlichingen, der ja für derbe Aussprüche bekannt ist, als Urheber des Namens. Eine andere vermutet in der Tatsache, daß der kahle, mit Reben besetzte Berg bei Kröv eine gewisse Ähnlichkeit mit dem menschlichen Hinterteil aufweist, den Ausschlag für die Lagebezeichnung. Die am weitesten verbreitete Version besagt, daß Kröver Kinder sich in einen Keller geschlichen und mit Wein betrunken hätten wobei sie jedoch der Kellermeister erwischt und ihnen als Strafe den nackten Hintern versohlt habe. Eine Darstellung dieser Szene findet man auch auf vielen Flaschenetiketten aus Kröv. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem Namen „Nacktarsch“ jedoch lediglich um eine Ableitung der lateinischen Bezeichnung Nectarius bzw. des keltischen Wortes Nacktas, was beides nichts anderes als felsige Höhe bedeutet.

Er ist neben vielen anderen Lagen, zu denen auch die ebenfalls exotische Weinbezeichnung des „Reiler vom heißen Stein“ gehört, beliebtes Aushängeschild der Region – aber immer nur das Tor zur Erschließung zahlreicher weiterer geistlicher Genüsse. Kellerbesichtigungen, Weinproben, Weinlehrpfade helfen hier, den Weg zu ebnen.

Unterhaltung und Gelegenheit zu solchen Genüssen bieten natürlich auch die fast ganzjährig stattfindenden Heimatabende, Dorfkirmessen, Wein- und Straßenfeste. Kultur wird über alte Fachwerkhäuser, Weingutshöfe, Kirchen, Denkmäler und Ausgrabungsstätten mit römischer Historie nahe gebracht. Rund- oder Segelflüge erschließen, ebenso wie die zahlreichen Radwege, die Region auf ganz andere Art und Weise, sind aber immer Anlässe, die Welt im Urlaub mit anderen Augen zu sehen als im üblichen Jahrestrott.

Zurück zum Kondelwald. Das über 400 m hohe Wald-Plateau mit der Gemeinde Hontheim und ihren Ortsteilen Wispelt, Krinkhof und Bonsbeuren muss man gesehen haben. Kein Städter, auch kein Moselaner kann sich dem Charme dieser Waldlandschaft entziehen. Hier liegt in einem Moselseitental das Staatsbad Bad Bertrich mit Deutschlands einziger warmer Glaubersalzquelle, aber auch das berühmte Karmelitenkloster Springiersbach. Kulturelle Veranstaltungen, aber auch die Besichtigung der wunderschönen Altäre, des ehemaligen Kapitelsaals, der Arkaden des Kreuzgartens sind einen Ausflug wert.

Keine Kommentare erlaubt.