Vinums

Blaufränkisch

Dunkelbeerig, herb-würzig, mittlerer Tanningehalt. Der rassige, feinsäuerliche und tanninbetonte Wein hat eine dunkle, rubinrote Farbe mit violettem Schimmer; das fruchtige Bouquet entwickelt beim Reifen Kirschnoten.

Die autochthone Rebsorte ergibt in jungen Jahren einen ungestümen, tieffruchtigen Rotwein, der durch die Lagerung immer samtiger und geschmeidiger wird und zusätzliche Facetten gewinnt; er eignet sich zudem gut für den Ausbau in Barriques.

Der Name des Blaufränkischen stammt vermutlich aus der Zeit Karls des Großen, in der alle wertvollen Sorten als Fränkisch klassifiziert wurden. Heute wird diese Rebe in Oesterreich im gesamten Burgenland und in Niederösterreich vor allem im Weinbaugebiet Carnuntum kultiviert; sehr prägnante Blaufränkische gedeihen etwa im als Blaufränkischland apostrophierten Mittelburgenland und im Südburgenland.

Im 10. Jahrhundert gelangte die Rebe nach Österreich und erst viel später nach Deutschland. Lange Zeit wurde angenommen, dass sie mit der Beaujolais-Sorte Gamay identisch ist. Darauf deutet auch der in Bulgarien übliche Name Gamé hin. Durch Genforschung wurde festgestellt, dass die Sorte eine Kreuzung zwischen der alten Rebsorte Heunisch mit einem unbekannten Partner ist (auf Grund großer Ähnlichkeiten könnte es Blauer Grober oder Blauer Zierfandler sein).

Weitere Namen sind Franconia (Italien), Frankovka (Slowakei und Jugoslawien), Lemberger (Nordamerika), Limberger oder auch Lemberger (Deutschland), Modra Frankinja (Slowenien), Moravka (Kroatien), Nagyburgundi oder Kékfrankos (Ungarn) sowie Schwarzer Muskateller (Deutschland).

Blaufränkisch (Lemberger) ist eine sehr alte rote Rebsorte und neben dem Zweigelt die rote österreichische Paradesorte. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Rebmaterial aus „Lemberg“ ( in der damaligen Untersteiermark, heute Slowenien) nach Deutschland gebracht. Gilt mittlerweile als die österreichische Rotwein-Sorte mit dem größten Potential und wird deshalb verstärkt auch reinsortig zu Spitzenqualität ausgebaut.

Charakteristisch sind die intensiv rubinrote Farbe, mit kräftigen Aromen von Waldbeeren oder Cassis, einer eher rassigen Struktur und mittlerem Tannin. Legendär: Ernst Triebaumers 1985er Mariental, der erste rote Österreicher, der im Ausland aufhorchen lies und zum Kultwein aufstieg.

* Der Blaufränkisch, auch Lemberger oder Limberger, ist eine rote Rebsorte.
* Erstmals nachweisbar war die Sorte im 18. Jahrhundert in Österreich, danach tauchte sie auch in Deutschland unter der Bezeichnung Lemberger oder Limberger auf. In Württemberg ist sie die vierthäufigste aller Sorten. In Bulgarien heißt sie Gamé (ist jedoch, was lange vermutet wurde, nicht mit Gamay identisch), in Italien Franconia (was auf einen Ursprung in Franken hindeutet), und in Ungarn Kékfrankos.
* Die Lemberger-Rebe bevorzugt mildes Klima und windgeschützte Standorte. Als früh austreibende Rebsorte ist sie immer vom Spätfrost gefährdet. Je nach Erntezeitpunkt lassen sich aus den Trauben leichte und fruchtige, aber auch tanninreiche Weine mit einer intensiv roten Farbe ausbauen, die einen kräftigen, fruchtigen, charaktervollen Rotwein mit Aromen von Kirschen und Beeren hervorbringt. Seine Lagerfähigkeit ist erheblich. Die vielen Vorzüge dieser Traube zeigen sich auch in Verschnitten mit anderen Sorten wie Cabernet Sauvignon, Trollinger oder Spätburgunder, denen sie mit ihrer Fruchtigkeit zu mehr Komplexität verhilft. Ein sortenreiner Blaufränkisch ist ein hervorragender Begleiter zu Wildgerichten, stark mit Kräutern gewürzten Gemüsegerichten und Teigwaren sowie zu pikanten Käsesorten.
* Die Anbaufläche in Deutschland hat in den letzten Jahren wieder zugenommen und umfasst derzeit (Stand: 1. März 2004) 1.358 ha (= 1,3 % der Rebfläche). Diese liegen fast ausschließlich im Anbaugebiet Württemberg. Seit 1. August 2000 ist die Sorte auch in Franken wieder zugelassen.
* Die Anbaufläche in Österreich umfasst 2.640 ha, das entspricht 5,44% der gesamten Rebfläche und bedeutet den zweiten Rang unter den roten Trauben, nach dem Zweigelt. Davon werden 94% im Burgenland angebaut, wo die Sorte speziell im Weinbaugebiet Mittelburgenland , das deshalb auch Blaufränkischland genannt wird, einige der besten österreichischen Rotweine hervorbringt. Das kontinentale Klima mit seinen langen trockenen Sommern sorgt für hervorragende Traubenqualität, wobei die tiefgründigen Lehmböden den tiefwurzelnden Rebstöcken ermöglichen, die extrem niederschlagsarme Zeit gut zu überstehen. Dabei wird der österreichische Blaufränkische entweder reinsortig ausgebaut oder gerne mit dem Zweigelt zu einer Cuvée verschnitten. Weitere wichtige österreichische Anbauflächen sind im Weinbaugebiet Carnuntum bei Göttlesbrunn und im Südburgenland am Eisenberg.
* Die Ungarn bauen die Rebe als Kekfrankos hauptsächlich im Weinbaugebiet Sopron, am Südufer des Neusiedlersees, am Plattensee (Balaton) und im südlichsten Weinbaugebiet Ungans, in Villàny, an. Dort erbringt die Rebe, die auch oft als Gamay noire oder Nagyburgundi abgefüllt wird, seine national besten Ergebnisse. Der Kekfrankos hat auch weitgehend den Kadarka im Egri bikavér (Erlauer Stierblut) als Trägersorte abgelöst.
* Synonyme: Lemberger, Limberger, Crna Frankovka (Kroatien), Franconia (Italien), Gamé (Bulgarien), Kekfrankos (Ungarn).
* Abstammung: unklar, alte österreichische Sorte.

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