Vinums

Kirchenstück

Bei einer Lagenklassifikation einer Kommission des Königreichs Bayern im Jahr 1828 wurde das Kirchenstück, das damals noch Kirchenbuckel hieß, als einzige aller Lagen in der Pfalz mit der höchsten zu erreichenden Punktzahl versehen und in die höchste Bonitätsklasse eingestuft. Die Pfälzer Sektion des VDP klassifiziert die Rieslinge des Forster Kirchenstücks als „Großes Gewächs“.

Im 18. Jahrhundert ließen die Forster Einwohner auf einem Hügel dieser Weinlage die heutige Pfarrkirche St. Margareta errichten. Bei der bayrischen Landaufnahme im Jahr 1830 wurde dem “Stück hinter der Kirche” die höchste Bodenbonitätsklasse 65 zuerkannt.

Durch die Ortsrandlage erhält das Kirchenstück eine klimatische Sonderstellung.

Der Boden besteht aus Buntsandsteingeröll, mit Kalksteingeröll, sandigem Lehm und Basalt. Angebaut wird hier nur die Rieslingrebe. Die vielschichtigen Weine zeigen ein wahres Potpourri an Aromen, sind sehr saftig, mineralisch und langlebig. Wie schon in früheren Zeiten schätzt auch heute der Weinliebhaber Weine aus dieser wertvollsten Lage der Pfalz. Die Lage umfasst 3,67 ha und liegt direkt hinter der Forster Kirche; wir bewirtschaften davon 1 ha.

Das Kirchenstück grenzt unmittelbar westlich an die Wohnbebauung von Forst an und liegt direkt hinter der Forster Pfarrkirche, was dem Kirchenstück seinen Namen verschafft hat. Die Lage liegt in einer Höhe von 120–150 m und weist eine relativ geringe Hangneigung auf; die Ortsnähe sorgt jedoch für eine lokalklimatische Sonderstellung, denn die Sandsteingebäude des Ortsrandes und die das Kirchenstück umgebenden kniehohen Sandsteinmauern speichern die Sonnenwärme über den Tag und geben diese bei Nacht wieder ab, so dass nachts ein leichter trocken-warmer Windstrom die Feuchtigkeit und Kälte aus dem Bereich der Lage weht.

Die Böden der Lage bestehen aus sandigem Lehm, sandigem Ton, zum Teil aus Buntsandsteinverwitterungen, Kalkstein und Basalt, der vom Pechsteinkopf oberhalb der Gemeinde herstammt

Gemeinde Ellerstadt (Bereich Mittelhardt-Deutsche Weinstraße) im deutschen Anbaugebiet Pfalz: Die nach Süden bis Südosten ausgerichteten Weinberge mit 5% Steigung umfassen 45 Hektar Rebfläche. Die feinderdigen Böden bestehen aus sandigem Lehm, der mit Löss durchzogen ist.

3 Kommentare zu “Kirchenstück”

  1. reinxen Schrieb

    Jedes Jahr lädt der Winzerverein Mainz-Hechtsheim (zum 2 x 11. Mal in 2007) in die Westhänge von Hechtsheim, den ortseigenen Weinbergen im Kirchenstück. Während andere Veranstalter auf Masse, Mainstream und Lautstärke setzen, vertreten die Weinbauern aus dem “selbstbewussten Örtche im Süden” ein für diese Zeit eher untypisches Konzept.

  2. reinxen Schrieb

    Hochheimer Kirchenstück Riesling

    Schon seit 1271 ist das Stück östlich der Kirche als „Kirchanger“ bekannt, und ein großer Teil des Weinbergs war bis 1803 im Besitz des Mainzer Domkapitels. Hier ist der Boden mehr von Lehm als Ton geprägt. Die Weine haben Volumen und Nachhaltigkeit, präsentieren sich aber noch in zarter Nuance, Finesse und großer Feinheit. Die Weine reifen frühzeitiger, sind aber trotzdem sehr lange
    lagerfähig. Diese grazile Eigenschaften machen diesen Weinberg zu dem „Hochheimer-Lafite“ Die große Konzentration dieses trockenen Riesling wird in der Jugend von der Feinheit der Lagentypizität sehr verdeckt. Am Gaumen präsentiert sich der Wein mit großer Finesse, äußerst feinen Kernobstnoten und mineralischer Säure.

    Das Weingut liegt in der Gemeinde Hochheim im deutschen Anbaugebiet Rheingau. Weinbau betrieb die sudetendeutsche Familie bereits seit dem Jahre 1648 im südmährischen Untertannovitz, ehe sie nach dem Krieg im Jahre 1945 nach Hochheim auswanderte. Franz Künstler leitete 15 Jahre lang andere Weingüter in Hochheim, bevor er sich schließlich im Jahre 1965 selbständig machte. Seit 1988 wird der Betrieb von seinem Sohn Gunter geführt. Im Jahre 1996 wurde das Weingut Geheimrat Aschrott mit 12 Hektar Rebfläche erworben. Die Weinberge umfassen 28 Hektar Rebfläche in den Hochheimer Einzellagen Domdecany, Herrnberg, Hölle, Kirchenstück, Reichestal und Stielweg. Sie sind hauptsächlich mit dem Riesling (24 ha), sowie Spätburgunder, Chardonnay und Sauvignon Blanc bestockt. Es erfolgt eine naturnahe Bewirtschaftung mit zum Beispiel Begrünung und Verzicht auf Herbizide. Nach schonender Kelterung werden die Moste für die Weißweine je nach Lage im Holzfass oder Edelstahlgebinde kühl und langsam vergoren. Die Rieslinge aus den Spitzenlagen werden auch in Magnum- und Doppelmagnumflaschen abgefüllt. Die Rotweine werden nach der Maischegärung in großen und kleinen Holzfässern eingelagert und nach einem Jahr Fassreife und einem weiteren Jahr Flaschenlagerung vermarktet. Es werden auch flaschenvergorene Sekte produziert. Das Weingut ist Mitglied beim VDP (Verband deutscher Prädikatsweingüter), sowie bei Charta und Gens de Metier.

  3. reinxen Schrieb

    Wormser Liebfrauenstift Kirchenstück

    Lange Zeit zählten die Weine aus diesem besonderen Terroir zu den renommiertesten der Welt. Die hohe Qualität sorgte für eine stetig steigende Nachfrage. Aus der klassischen Liebfrauenmilch – dem nur 17 ha großen Weinberg Liebfrauenstift Kirchenstück um die Wormser Liebfrauenkirche herum- wurden innerhalb von 30 Jahren mehr als 10.000 ha Rebfläche des Exportschlagers Liebfrauenmilch –verteilt über Rheinhessen, die Pfalz und die Nahe. Der Qualitätsaspekt trat in den HintergrundLiebfrauenkirche Worms

    Projekt, aus dem Liebfrauenstift Kirchenstück, diesem einzigartigen Areal innerhalb der Kirchenmauern, einen Spitzenriesling zu keltern, der diesen Weinberg wieder in den Reigen der großen Lagen Deutschlands zurückführt.

    Die Erfolge ihres Qualitätsstrebens bescherten dem „Liebfrauenmilch-Original“ eine echte Renaissance. Innerhalb von drei Jahren ist dieser exzellente Wormser Riesling wieder auf vielen Weinkarten der deutschen Spitzengastronomie zu finden.

    Der Schlämmboden mit seinem hohen Kieselanteil im Untergrund verleiht dem Wein die einzigartige Mineralität. Das von Mauern umgebene, windgeschützte Terrain mit seiner optimalen Wasserversorgung durch den nahe gelegenen Rhein sorgt für eine exotisch-verspielte Aromenvielfalt dieses Riesling-Unikats

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