Vinums

Große Gewächse 2008

Zum sechsten Mal präsentierten die Mitgliedsbetriebe des VDP Ende August ihre »Grossen Gewächse« aus »Erster Lage« einem exklusiven Kreis von Weinexperten aus aller Welt.

Zwei Tage lang bestand im Saal der Kurhaus-Kolonaden in Wiesbaden die Gelegenheit, sich unter perfekten Bedingungen ein Bild davon zu machen, was die besten trockenen Lagenweine der VDP-Betriebe aus allen Regionen Deutschlands im komplexen und vielversprechenden Jahrgang 2008 zu bieten haben.

Eines ist sicher: Erneut ist es ein gelungener und ausgesprochen finessenreicher Jahrgang für den Riesling. Seit September 2009 sind die Weine nun auf dem Markt, und es wird den Weinfreunden mit Sicherheit großes Vergnügen bereiten, diese frischen und rassigen jungen Rieslinge zu entdecken und ihre weitere Entwicklung über die kommenden Jahre zu beobachten.
Stilistisch schließt der Jahrgang an die Vorgänger 2001, 2004 und 2007 an, bringt aber zur Lebendigkeit auch noch einen meist ausgeprägten Terroirbezug mit, was den neuen Jahrgang à la longue vielleicht über die anderen stellen könnte – jedenfalls ein Jahrgang, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Eine aktuelle Bestandsaufnahme

An der Nahe entstanden 2008 spannende Weine – die allerdings im Durchschnitt nicht im gleichen Maße begeisterten wie 2007 und 2006. Dramatisch Herausragendes war hier seltener als in den Vorjahren. Im Schlossgut Diel enstanden kompakte Rieslinge, die es teilweise etwas an Eleganz vermissen ließen. Die Dönnhoffschen Spitzen dagegen entwickelten sich im Glas erst allmählich und dürften das Beste noch vor sich haben – und Schäfer-Fröhlich kämpft immer deutlicher um Rang zwei in der Region.

Im Rheingau gibt es schon traditionell größere Unterschiede bei den Prestigeweinen als in anderen Regionen. Erste Gewächse kann eben fast jeder machen, und auch das Qualitätsniveau der im VDP engagierten Erzeuger ist heterogener als beispielsweise in der Pfalz oder in Rheinhessen. *)

Dramatische Enttäuschungen freilich waren diesmal selten, herausragende Weine allerdings auch. Doch dort, wo alles passte, wurde Sensationelles auf die Flasche gebracht.

Und nun: Rheinhessen. Unter dem Strich sehr gelungen. Beim Weingut Keller ergibt sich nur ein sehr knapper erster Eindruck, doch was Wittmann, Kühling-Gillot, Battenfeld-Spanier und St. Antony zustandegebracht haben, ist aller Ehren wert. Der Morstein von Wittmann ist kaum zu übertreffen, der Sackträger von Kühling-Gillot hoch spannend.

Ein sehr gelungener Jahrgang in der Pfalz. Außer den bekannten Erzeugern konnten auch die Weine der zweiten Reihe meist überzeugen. Die Rieslinge von Acham-Magin etwa waren durchaus gelungen.

1 Kommentar zu “Große Gewächse 2008”

  1. reinxen Schrieb

    Deutschlands Große Gewächse sind zweifellos weltweit betrachtet die größten Schnäppchen der Neuzeit mit dem besten Preis-Genuss-Verhältnis aller Weltklasseweine.

    Zudem besitzen sie einen Vorteil, den Ihnen kein anderer großer Wein der Welt streitig machen kann: Sie schmecken bereits in ihrer frühesten Jugend großartig, da kein neues Holz ihre traumhaft komplexe Frucht und ihre tiefe mineralische Spur überlagert und haben ein Entwicklungspotential von 20 Jahren und mehr

    – eine unermesslich spannende Zeit, in der sie sich wie ein Kind, mal knuddelig, mal rebellisch, über die Jugendzeit zum reifen Erwachsenen entwickeln und uns in den unterschiedlichen Stadien ihrer Werdung mit immer neuen Facetten ihres unermesslich vielschichtigen Charakters überraschen und begeistern!

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